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Kommunale Nachhaltigkeitsberichte

Transparenz schaffen, Erfolge kommunizieren, Lücken erkennen und immer die aktuellen Entwicklungen im Auge behalten – dafür kann ein kommunaler Nachhaltigkeitsbericht sorgen! Wie dieser gestaltet werden kann und welche Standards angewendet werden können, lesen Sie hier.

Hintergrund und Ziel

Berichterstattung - wie z.B. die Sozialberichterstattung - ist in Kommunen seit vielen Jahren gang und gäbe. Mittlerweile veröffentlichen Kommunen aber auch zunehmend einen umfassenden Bericht über ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten und -entwicklungen. Mit Hilfe eines Nachhaltigkeitsberichts können sie sowohl den aktuellen Stand als auch die Umsetzungsfortschritte einer nachhaltigen Entwicklung vor Ort analysieren. Durch die systematische Darstellung von Nachhaltigkeitsaktivitäten und Indikatoren können Handlungsbedarfe abgeleitet, Mechanismen bei der Verfehlung von Zielen ausgelöst und neue Prioritäten gesetzt werden. Darüber hinaus stärkt der Bericht als Werkzeug der Kommunikation die Transparenz sowie die Aufmerksamkeit bezüglich Nachhaltigkeit in der gesamten Kommune. Eine qualifizierte Nachhaltigkeitsberichterstattung kann sowohl als Grundlage für die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie dienen oder das Monitoring und die Evaluation einer vorhandenen Strategie unterstützen. Nachhaltigkeitsberichte leisten dementsprechend einen wichtigen Beitrag zur kommunalen Nachhaltigkeitssteuerung. Letztlich dienen unterschiedliche Berichterstattungssysteme in Kommunen seit jeher als eine Grundlage politischer Entscheidungsprozesse.

Ein Standard, der die Vorteile aus einheitlicher Struktur und Flexibilität kombiniert

Vor dem Hintergrund eines bisher fehlenden Berichtsstandards in der kommunalen Nachhaltigkeitsberichterstattung hat der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) im Jahr 2021 den Berichtsrahmen Nachhaltige Kommune (BNK) veröffentlicht. Hierzu wurde ein „Multi-Stakeholder-Dialog“ mit Vertreter*innen aus kommunalen Spitzenverbänden, Kommunen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft initiiert. Die Grundlage bildete der Deutsche Nachhaltigkeitskodex, der sich seit 2011 als freiwilliges Instrument zur Darlegung unternehmerischer Nachhaltigkeitsleistungen etabliert hat. Übergeordnetes Ziel des BNK ist die Förderung einer einheitlicheren und transparenteren Nachhaltigkeitsberichterstattung in Kommunen. Der BNK ist grundsätzlich für Kommunen aller Größenklassen geeignet und folgt dem „Comply-or-explain-Prinzip“, d.h. Kommunen berichten zu den gefragten Inhalten oder begründen, weshalb (noch) keine konkreten Aussagen getroffen werden können. So wird die Transparenz erhöht und Kommunen können unabhängig vom aktuellen Stand mit der Berichterstattung beginnen.

Steuerungskriterien und Handlungsfelder

Der BNK setzt sich aus neun Steuerungskriterien und neun Handlungsfeldern zusammen. Während die Steuerungskriterien die strategische und strukturelle Verankerung von Nachhaltigkeit sowie Querschnittsthemen umfassen, adressieren die Handlungsfelder spezifische (Fach-)Bereiche einer nachhaltigen Kommunalentwicklung. Um an Bestehendes anzuknüpfen, folgt die Struktur den etablierten Handlungsfeldern im Projekt „Global Nachhaltige Kommune NRW“ (GNK NRW). Die Steuerungskriterien und Handlungsfelder gliedern sich in rund 80 inhaltliche Aspekte, die im Sinne einer Checkliste aufzeigen, welche Informationen offengelegt werden sollen. Die qualitative Berichterstattung wird durch eine quantitative Berichterstattung über Indikatoren vervollständigt. Die Indikatoren setzen sich aus einem vorgegebenen Set mit ca. 70 Kernindikatoren („SDG-Indikatoren für Kommunen“) sowie von der Kommune selbst gewählten, ergänzenden Indikatoren zusammen.

Bundesweit haben mittlerweile rund 30 Kommunen den Berichtsrahmen angewendet. Die LAG 21 NRW hat u.a. in der dritten Projektlaufzeit von GNK NRW zehn NRW-Kommunen bei der Erarbeitung von Berichten nach BNK-Standard begleitet, im Rahmen des Projekts „Prozesskette Nachhaltigkeit NRW“ werden bis 2026 weitere zehn BNKs erarbeitet.

Mehr Informationen zum BNK finden Sie hier.

Beispiele für Berichte nach dem BNK

 

Stadt Bonn: Bericht

Stadt Dortmund: Bericht

Stadt Düsseldorf: Bericht

Kreis Euskirchen: Bericht

Stadt Köln: Bericht

Stadt Lüdenscheid: Bericht

Das internationale Pendant: der Voluntary Local Review

Der kommunalen Ebene kommt bei der Umsetzung der Agenda 2030 mit ihren 17 Globalen Nachhaltigkeitszielen eine zentrale Rolle zu, denn die Mehrheit der insgesamt 169 Unterziele steht im direkten oder indirekten Zusammenhang mit den Aufgaben einer Kommune. Der Review Mechanismus der Agenda 2030 fordert UN-Mitgliedsstaaten zur regelmäßigen Berichterstattung zum Umsetzungsstand auf. Diese Berichte werden jährlich beim „High-level Political Forum on Sustainable Development“ (HLPF) der UN präsentiert. Vor diesem Hintergrund ergreifen in den letzten Jahren auch mehr und mehr Kommunen weltweit die Initiative und berichten im Rahmen von Voluntary Local Reviews (VLRs) über ihren lokalen Umsetzungsstand zur Agenda 2030.

Die LAG 21 NRW hat im Projekt „GNK NRW“ die Städte Bonn, Dortmund und Düsseldorf und zusätzlich in einem bundesweiten Projekt acht weitere Kommunen (Stadt Bad Köstritz, Stadt Freiburg im Breisgau, Landkreis Fürstenfeldbruck, Freie und Hansestadt Hamburg, Stadt Köln und Stadt Rottenburg am Neckar) bei der Erarbeitung von VLRs begleitet. Dabei wurde insbesondere aufgezeigt, durch welche kommunalen Aktivitäten die 17 Globalen Nachhaltigkeitsziele der UN adressiert werden.

Weitere kommunale Nachhaltigkeitsberichte aus ganz Deutschland sowie weiterführende Informationen zum kommunalen Nachhaltigkeitsmanagement finden Sie in unserem Portal Nachhaltigkeit.


Kontakt

Dr. Philipp Lange
Tel. (+49) 231 936960-22
E-Mail:

Kirsten Strehl
Tel. (+49) 231 936960-23
E-Mail:

 

JETZT BEWERBEN:

Für die 2. Laufzeit im Projekt "Prozesskette Nachhaltigkeit NRW" suchen wir Kommunen, die Nachhaltigkeitsstrategien, -berichte und -haushalte erarbeiten wollen.

Alle Infos hier.

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