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Treffen der Kommunalen Klimapartnerschaften in Südafrika: Projekte tragen Früchte

Gemeinsam pflanzten die Klimapartnerschaften Bäume. / Foto: Ernst Ohlhoff

Vertreter*innen der Kommunalen Klimapartnerschaften (6. Projektphase) haben sich zu einem internationalen Workshop in Südafrika getroffen. Dieser wurde vom 9. bis 11. Oktober 2019 in der gastgebenden Kommune Jeffreys Bay im Gemeindedistrikt Kouga veranstaltet. Mit dabei war auch Projektleiter Moritz Schmidt von der LAG 21 NRW. Wir berichten, was in Südafrika passierte.

Worum ging es bei dem Workshop des Projekts „Kommunale Klimapartnerschaften“ in Südafrika?

Bei dem dreitägigen Ergebnisworkshop haben die 12 Klimapartnerschaften ihre in der 6. Projektphase erstellten Handlungsprogramme präsentiert. Zum einen gab es eine Poster-Ausstellung, bei die Kommunen einen Überblick über ihre Arbeitsergebnisse und Schwerpunktthemen gaben, zum Beispiel die Themen Energie oder Wassermanagement. Zum anderen konnten die Klimapartnerschaften in thematischen Fachforen noch detaillierter über ihre Planungen berichten. Außerdem hatten alle Gelegenheit, sich stärker untereinander zu vernetzen und ihre Erfahrungen auszutauschen.

Welche Kommunen sind in der 6. Projektphase dabei?

Wie in allen Projektphasen kommt jeweils eine deutsche Kommune mit einer Kommune aus dem Globalen Süden zusammen. In dieser Projektphase sind mit Afrika und Lateinamerika erstmals zwei Partnerregionen gleichzeitig involviert. Außerdem engagieren sich zum ersten Mal mehrere deutsche Kommunen, die bisher noch keine Partnerschaft mit einer Kommune in den betreffenden Regionen unterhalten. Die afrikanischen Partnerkommunen kommen aus Burkina Faso, Namibia, Ruanda, Simbabwe und Südafrika. Die lateinamerikanischen Partnerkommunen kommen aus Ecuador, Nicaragua und Peru. Aus NRW hat der Kreis Herford mit seiner langjährigen Partnerkommune Condega aus Nicaragua teilgenommen.

Wie geht es nach der zweijährigen Zusammenarbeit der Klimapartnerschaften der 6. Projektphase weiter?

Jede Partnerschaft hat Maßnahmen erarbeitet, die sie nach der Fertigstellung der Handlungsprogramme kurz- bis mittelfristig umsetzen wird. Dabei geht es z.B. um nachhaltiges Wassermanagement, Projekte im Bereich erneuerbarer Energien, Maßnahmen zur Umweltbildung sowie auch um Projekte, die Abholzung und Abfallprobleme bekämpfen.

Einige der Partnerschaften haben bereits erste Projektideen umgesetzt. Beispielsweise werden der Landkreis Hameln-Pyrmont und der Alfred Nzo Distrikt in Südafrika eine Solarstromanlage in einer Grundschule installieren. Die Anlage soll ein gutes Beispiel sein und dazu beitragen, dass sich Solarenergie im Alfred Nzo Distrikt etabliert. Viernheim und Silly (Burkina Faso) haben erreicht, dass in ländlichen Gebieten bei Silly eine Wasserversorgung durch Tiefbrunnen möglich ist.

Welches Erlebnis während seines Aufenthalts in Jeffreys Bay ist Projektleiter Moritz Schmidt besonders in Erinnerung geblieben?

„Am zweiten Tag des Workshops haben wir mit allen Teilnehmenden auf Einladung der gastgebenden Kommune an einer Baumpflanzaktion teilgenommen. Den neu gepflanzten Bäumen haben wir dabei unsere Wünsche hinsichtlich der Klimapartnerschaften mitgegeben, indem wir einen entsprechenden Wunschzettel daran befestigt haben", erzählt Moritz Schmidt. „Ansonsten gäbe es viele schöne Geschichten und Anekdoten zu erzählen, besonders bleibt aber die Freude und das Engagement aller Teilnehmenden hängen, die den Workshop intensiv dazu genutzt haben, ihre Partnerschaft für die Umsetzung des Handlungsprogramms fit zu machen."

Was nimmt die Projektleitung aus der 6. Projektphase mit?

„Zuerst nehme ich die vielen großartigen Bekanntschaften mit, die ich glücklicherweise im Rahmen der 6. Projektphase machen konnte. Es war faszinierend und auch erstaunlich zu sehen, wie trotz der teilweise extrem unterschiedlichen Voraussetzungen und lokalen Besonderheiten die Partner zusammengefunden und gemeinsam ihre Planungen zum Klimaschutz und zur Klimafolgenanpassung vorangetrieben haben", sagt Moritz Schmidt. Hier könne man hautnah beobachten, was Partnerschaft auf Augenhöhe konkret bedeute. "Außerdem konnte ich im Austausch, insbesondere mit den Südpartnern, so viel neues Lernen und sehr interessante Erkenntnisse gewinnen, die ich nun versuche in die weitere Projektarbeit einzubinden."

Mit einem einfachen Flug von Frankfurt nach Johannesburg werden ca. 3 Tonnen CO2 emittiert. Wie passen die Klimaschutzziele des Projektes mit dem hohen Flugaufkommen für einen solchen Workshop in Südafrika zusammen?

„Die Frage der flugbedingten Treibhausgasemissionen beschäftigt uns im Projektteam bereits seit Projektbeginn im Jahr 2011, sagt Moritz Schmidt. Allerdings seien persönliche Treffen bei den Kommunalen Klimapartnerschaften unabdingbar. „Denn das Projekt beinhaltet neben einer klimapolitischen auch eine entwicklungspolitische Komponente, bei der Partnerschaft und Austausch auf Augenhöhe zentrale Eckpfeiler sind. Einige Kommunen lassen sich mit diesem Projekt erstmals auf eine Partnerschaft mit Kommunen aus dem Globalen Süden ein. Ohne persönliche Begegnungen, ohne einen Austausch auch im informellen Rahmen funktioniert der Aufbau von gegenseitigem Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung einfach nicht. Beides sind nun mal Voraussetzung für die erfolgreiche Erarbeitung eines gemeinsamen Handlungsprogramms und der daran anschließenden Umsetzung von Projekten. Diese leisten wiederum substanzielle Beiträge zur Reduktion und Kompensation von Treibhausgasemissionen.

„Bei der Planung unserer Veranstaltungen achten wir von Anfang an darauf, möglichst direkte und kurze Flugverbindungen für alle beteiligten Kommunen zu realisieren. Weiterhin arbeiten wir daran, mehr und mehr Beratungsangebote online anzubieten, um so einen Teil der Flugreisen überflüssig zu machen“, erklärt Moritz Schmidt.

 

Mehr Infos zum Projekt Kommunale Klimapartnerschaften gibt es auch auf der Webseite der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global.

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