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Regionalkonferenz zur Fortschreibung der DNHS in Bonn: Ein Bericht

Blick aufs Podium und den gut gefüllten Veranstaltungssaal.

Mitte Februar 2020 trafen sich regionale Nachhaltigkeitsakteure in Bonn, um über die Fortschreibung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie zu diskutieren. Wir berichten von der Veranstaltung.

Das Interesse war groß: In einem voll besetzten Saal eröffnete die Moderatorin Andrea Thilo am 19.2.2020 in Bonn die Regionalkonferenz zur Fortschreibung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNHS) 2020. Die Konferenz stellt die letzte einer Reihe von Dialogveranstaltungen dar, die Stakeholder*innen eine Teilnahme am Fortschreibungsprozess der DNHS ermöglichen sollte.

In den vorangegangenen Monaten gab es Konferenzen bereits in Berlin, Stuttgart und Norderstedt. Eine geplante Veranstaltung in Erfurt musste kurzfristig abgesagt werden. Im Juni 2020 soll dann auch auf Grundlage der Dialogkonferenzen ein Entwurf der weiterentwickelten Nachhaltigkeitsstrategie vorliegen. Ende 2020 soll die aktualisierte Version der DNHS veröffentlicht werden.

In Bonn wurde die Konferenz eröffnet von NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser und dem Oberbürgermeister der Stadt Bonn, Ashok-Alexander Sridharan. Er begrüßte die Gäste und stellte die Bemühungen und Erfolge seiner Stadt im Bereich Nachhaltigkeit dar. Unter anderem ist Bonn eine der Kommunen, die dieses Jahr am Projekt "Kommunaler Nachhaltigkeitshaushalt" unter der Leitung der LAG 21 NRW teilnehmen.

Nach Oberbürgermeister Sridharan trat NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser ans Mikrofon. Sie betone die Wichtigkeit einer Nachhaltigen Entwicklung in unserer Zeit und stellte erfolgreiche Projekte in Nordrhein-Westfalen dar, wie zum Beispiel die Renaturierung der Emscher. Außerdem betonte sie, dass die Erarbeitung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien auf Landes- und Bundesebene koordiniert werden sollten.

Podiumsdiskussion: verschiedene Aspekte Nachhaltiger Entwicklung

Es folgte eine Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft, Kommunen und Zivilgesellschaft zum Thema „Welchen Wandel für eine nachhaltige Entwicklung brauchen wir in Deutschland?“.

Rudi Bertram, Oberbürgermeister der vom Kohleausstieg betroffenen Stadt Eschweiler, forderte auf dem Podium, den Menschen die Angst vor Strukturwandel und Veränderungen zu nehmen. Als Idee hierfür fiel unter anderem der Begriff der „Transformationsbeiräte“ auf lokaler Ebene. Ebenso regte Bertram an, dass für einen erfolgreichen Strukturwandel im Sinne einer Nachhaltigen Entwicklung insbesondere Kommunen mit eigenen Nachhaltigkeitsstrategien bei der Vergabe der Fördermittel bedacht werden sollten.

Anja Weber, Vorsitzende des DGB Bezirk NRW, verwies auf die positiven Wirkungen des Tariftreue- und Vergabegesetzes, welches neue Märkte geschaffen habe und damit einen wichtigen Beitrag für eine Nachhaltige Entwicklung leiste. Ministerin Heinen-Esser setzte bei der politischen Gestaltung gesellschaftlicher Transformation auf eine ausgewogene Mischung aus Verboten und Anreizen. Ferner regte sie für die Umsetzung der NRW-Nachhaltigkeitsstrategie an, dass die einzelnen Ressorts die Verantwortung für die Umsetzung tragen.

Dr. Hans-Dietrich Reckhaus, Geschäftsführer der Reckhaus GmbH und erklärter Insektenfreund, war ebenfalls Gast auf dem Podium. Er hat die Initiative „Insect Respect“ gegründet und seine Geschäftsstrategie in den letzten Jahren tiefgreifend verändert – von Insektenvernichtungsmitteln hin zu schonenden Insektenfallen. Er empfiehlt Unternehmer*innen, nicht nur nach Profit zu streben, sondern eine Nachhaltige Entwicklung im Kerngeschäft zu verankern.

Martin Jäger vom Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit erklärte, dass das Thema Nachhaltigkeit die Menschen zunehmend beschäftige. Als Beispiel nannte er die Münchner Sicherheitskonferenz: dort habe ein Bewusstsein für die „Menschheit als weltweite Schicksalsgemeinschaft vorgeherrscht.

Workshops lieferten Input für die DNHS-Fortschreibung

In den darauffolgenden Dialogrunden und Workshops in Kleingruppen wurden ausgewählte Themen und Nachhaltigkeitsziele diskutiert:

  • gesellschaftlicher Zusammenhalt, soziale Ausgrenzung und gerechte Einkommensverteilung
  • Umwelt, Gesundheit und die Luftreinhaltung
  • Strukturwandel samt Innovation, Forschung und Infrastruktur
  • Umweltwirtschaft und die Umweltwirtschaftsstrategie NRW
  • grüne Infrastruktur für eine nachhaltige Stadtentwicklung
  • Sustainable Finance
  • Gemeinschaftswerk Nachhaltigkeit

Im Workshop „Gemeinschaftswerk Nachhaltigkeitleistete Dr. Klaus Reuter für RENN.west einen Input. Er betonte unter anderem, dass es wichtig sei, eine Verbindlichkeit für die DNHS zu schaffen und die stark veralteten Fördersysteme zu erneuern.

In dem abschließenden Podiumsgespräch wurden die Ergebnisse aus den Dialogrunden und Workshops als Schlaglichter zusammengetragen. Unklar blieb, in welcher Form die eingebrachten Beiträge Eingang in die Fortschreibung der DNHS finden.

Fazit

Als RENN.west konnten wir die Stimmen unserer Region und die Ergebnisse aus unseren Veranstaltungen in allen Dialogrunden und Workshops einbringen. Eine Zusammenfassung der eingebrachten Positionen lesen Sie in unserer Positionierung zur Fortschreibung der DNHS 2020. Es wäre wünschenswert, dass die eingebrachten Beiträge aus den verschiedenen Regionalkonferenzen bei der Fortschreibung der DNHS berücksichtigt werden. Fest steht: Wir werden uns weiterhin intensiv in den Fortschreibungsprozess einbringen.

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