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OB-Barometer 2026: Finanzkrise dominiert Kommunen

In deutschen Großstädten sorgen sich die Verwaltungsspitzen im Jahr 2026 besonders um Finanzen, Wohnungsmarkt und Wirtschaft – so das Ergebnis des jährlichen OB-Barometers. Mehr Details zur Befragung hier.

Vier zentrale Fragen werden den 195 (Ober-)Bürgermeister*innen deutscher Mittel- und Großstädte für das jährliche OB-Barometer gestellt. Es geht darum, wo aktuell der größte Handlungsbedarf in der eigenen Stadt liegt, welche Themen in Zukunft noch wichtiger werden, wie groß die krisenbedingten Herausforderungen sind und in welchen Bereichen sich die Rahmenbedingungen für Kommunen verbessern müssen.

Die Antworten zeigen aktuelle Krisenherde auf, machen Veränderungen in kommunalen Handlungsfeldern sichtbar und zeichnen im Rückblick auf vergangene Ergebnisse Entwicklungen nach.

Top-Platzierungen zeigen kommunale Sorgenquellen

Wie schon in den letzten drei Jahren treibt die meisten Stadtspitzen das Thema Finanzen um – und das inzwischen mit extrem weitem Abstand. 78% benannten dieses Thema als drängendste Aufgabe in der eigenen Stadt. Vor zwei Jahren lag diese Antwort bei 50%, letztes Jahr bereits bei 70%.

Dahinter folgen die Themen Wohnen (Platz 2 mit 36% Nennungen) und Wirtschaft bzw. Wirtschaftsförderung (Platz 3 mit 35%). Nach Bildung auf Platz 4 (25%) folgt der Klimaschutz mit nur noch 22% - seit Jahren sinkt hier die zugesprochene Relevanz, obwohl Klimafolgen vielerorts immer deutlicher spürbar werden. Zum Vergleich: 2022 lag Klimsschutz auf Platz 1 mit 61%, 2023 auf Platz 2 mit 50% und 2024 schon nur noch auf Platz 4 mit 40%.

Perspektivisch sehen die Befragten keine Trendwende: Bei der Frage, was in Zukunft an Bedeutung gewinnen werde, ist die Top 3 gleich: Finanzen, Wohnen, Wirtschaft.

Fast gleiches Ergebnis bei der Frage nach Rahmenbedingungen, die für Kommunen verbessert werden müssen: Finanzen, Wirtschaft, Wohnen!

Neue Themen und schwindende Relevanzen

Ganz neue Themen finden sich auch im Ranking: Aufgaben im sozialen Bereich schaffen es mit diesmal 10% Nennungen in die Top 10 der aktuell wichtigsten Aufgaben. Während bei den Zukunftsaufgaben das Thema Bevölkerungsschutz/Krisenmanagement mit 13% neu auftaucht.

Aus der Analyse des Difu ergibt sich zudem eine neue Verstärkung auf die Auswirkungen des demografischen Wandels, wobei Gesundheitsversorgung und Pflege hervorgehoben werden.

Weniger Nennungen finden sich derweil beim Thema „Unterbringung von Geflüchteten“. Rangierte dieses vor einigen Jahren noch in der Top 3, bewerten inzwischen nur noch rund 43% die Situation als erhebliche Herausforderung.

Die Sorge hat sich eher in Richtung Demokratieskepsis und Rechtspopulismus verschoben: 84% sehen hier sehr große bzw. große Herausforderungen. Viele Nennungen gab es zudem beim Investitionsbedarf in die Digitalisierung, aber auch in die Klimaanpassung.

Hintergründe zum OB-Barometer

Durchgeführt wird das OB-Barometer seit 2015 vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu). Befragt werden die Verwaltungsspitzen deutscher Städte ab 50.000 Einwohner*innen. Die Umfrage 2026 erfolgte telefonisch zwischen Januar und April, Antworten gaben 121 der 195 befragten (Ober-)Bürgermeister*innen.

Die Ergebnisse im Detail und weitere Analysen des Difu hier.

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