Neuer Leitfaden zeigt Wege zur „Reparaturstadt“
Kommunen spielen eine wichtige Rolle dabei, Infrastrukturen zu schaffen, die das Recht auf Reparatur ermöglichen. Maßnahmen und Best-Practice-Beispiele bündelt ein neuer Leitfaden.
Defekte Waschmaschinen, Kühlschränke oder Smartphones landen oft auf dem Wertstoffhof, obwohl sie noch zu retten sind. Durch Reparaturen spart man aber nicht bloß teuren Neukauf, sondern auch Ressourcen, Abfälle und Emissionen. Gleichzeitig stärken Reparaturinitiativen das lokale Handwerk, ehrenamtliches Engagement und Orte der Begegnung. Das alles macht Reparatur zum zentralen Baustein der Kreislaufwirtschaft.
Lokale Verwaltungen spielen bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen für lokale Reparaturinitiativen eine zentrale Rolle, indem sie neue Prozesse legitimieren, Akteur*innen vernetzen und die notwendigen Ressourcen bereitstellen.
Doch wie gelingt die erfolgreiche Gestaltung von Strukturen, die das Recht auf Reparatur verwirklichen? Welche Maßnahmen helfen, längere Produktnutzung zu fördern und eine lebendige Reparaturkultur aufzubauen? Antworten liefert der neue Leitfaden „Kommunale Reparaturförderung“ des Runden Tisch Reparatur. Er richtet sich an Städte, Gemeinden und Kreise, die Reparatur als festen Bestandteil ihrer Nachhaltigkeits- und Klimaschutzstrategie verankern möchten.
Konkrete Maßnahmen für die Vision einer Reparaturstadt
Im Mittelpunkt des Leitfadens steht die Vision einer „Reparaturstadt“: Einer Kommune, die eine umfassende Reparaturinfrastruktur besitzt und bei dem Reparieren zum normalen Alltag der Bürger*innen zählt. Damit kommunale Verwaltungen diesem Ziel näherkommen, bündelt der Leitfaden zwölf Maßnahmen, die sich in vier Handlungsfelder gliedern (Reparierende unterstützen, Erfahrungen ermöglichen, Bewusstsein schaffen und Interne Prozesse verändern).
Jede Maßnahme wird dabei mit mehreren konkreten Praxisbeispielen aus Kommunen unterschiedlicher Größe untermalt, inklusive Verlinkungen auf weiterführende Informationen.
Austauschen und lernen: das Projekt „LebensLänger“
Der Leitfaden bildet zugleich eine wichtige Grundlage für das neue Verbundprojekt „LebensLänger – Gemeinsam, wissenschaftlich, zielgerichtet zum Nutzungswandel von Produkten aktivieren und befähigen“, das von April 2026 bis März 2029 im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative umgesetzt wird.
Gemeinsam mit WWF Deutschland, dem Wuppertal Institut, der Universität Bamberg und dem Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) sollen im Rahmen des Projekts neben grundsätzlicher Informations- und Bildungsarbeit überregionale Infrastrukturen rund um das Thema Reparatur aufgebaut werden.
Ein zentraler Baustein ist der Aufbau bundesweiter Netzwerke für Kommunen, Unternehmen, Zivilgesellschaft und Wissenschaft. Kommunen, die Reparatur-, Sharing-, Tausch-, Wiederverwendungs- oder Second-Hand-Angebote ausbauen wollen, sollen hier geeignete Gesprächspersonen finden, um sich über Herausforderungen und Chancen auszutauschen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln. Interessierte Kommunen können sich für das entsprechende Netzwerk laufend und kostenfrei anmelden.
Der Leitfaden „Kommunale Reparaturförderung“ steht hier zum Download: Link
Mehr zum Projekt und Anmeldung zum Netzwerk „LebensLänger“ hier.
