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Flächenverbrauch reduzieren: Neue Broschüre liefert Impulse für Kommunen und Regionen

Mit einer neuen Veröffentlichung zum Flächensparen legt das Umweltbundesamt (UBA) zentrale Ergebnisse eines sechsjährigen Bund-Länder-Dialogs zum Thema Fläche vor. Die Broschüre bündelt Handlungsempfehlungen und Maßnahmenvorschläge, wie Bund, Länder, Regionen und Kommunen gemeinsam die Flächenneuinanspruchnahme reduzieren können. Wir geben einen Überblick.

„Fläche“ und „Boden“ sind begrenzte Ressourcen, denen insbesondere im Hinblick auf die Themen Klimaschutz, Biodiversität, Freiraumschutz und Nahrungsmittelproduktion eine wichtige Querschnittsfunktion zukommt. Gleichzeitig schreitet die tägliche Inanspruchnahme neuer Flächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke deutlich voran. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes liegt der Flächenverbrauch aktuell bei etwa 55 Hektar pro Tag (Stand 2023). Damit sind wir deutlich entfernt vom Ziel der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, diesen Wert bis 2030 auf unter 30 Hektar pro Tag zu begrenzen und bis 2050 eine „Netto-Null-Flächeninanspruchnahme“ im Sinne einer Flächenkreislaufwirtschaft zu erreichen.
Gerade Kommunen stehen im Hinblick auf die bundespolitische Zielsetzung vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits müssen Wohnraum, Gewerbeflächen und Infrastruktur entwickelt werden, andererseits gilt es, Freiräume und die ökologischen Bodenfunktionen wiederherzustellen und langfristig zu sichern.

Ergebnisse aus sechs Jahren Bund-Länder-Dialog

Um derartige Nutzungskonflikte zu adressieren und den wissenschaftlichen Austausch zum Flächensparen zu fördern, wurden zwischen 2019 und 2024 im Rahmen eines vom UBA initiierten Bund-Länder-Dialogs „Fläche“ insgesamt 14 Fachveranstaltungen mit über 350 Teilnehmenden durchgeführt. Beteiligt daran waren Expert*innen aus Bundes- und Landesministerien, Fachbehörden, Regional- und Landesplanung, Kommunen, Wissenschaft sowie Verbänden. Der Dialog zielte dabei darauf ab, konkrete Empfehlungen für eine wirksame Reduzierung des Flächenverbrauchs zu entwickeln und Impulse für weitere konkrete Schritte hin zu einer abgestimmten Entwicklung und Umsetzung einer gemeinsamen Flächen-Strategie von Bund, Ländern, Regionen und Kommunen zu liefern.           
Eine frisch veröffentlichte Broschüre des UBA bündelt nun wesentliche Maßnahmenvorschläge des Dialogprozesses.

Neun Maßnahmenvorschläge, vier zentrale Handlungsfelder

Ergebnisbroschüre des Dialogprozesses

Die insgesamt neun Maßnahmenvorschläge gliedern sich dabei entlang vier zentraler Handlungsfelder auf:

  1. Indikatoren zur Siedlungsentwicklung beibehalten
    Verlässliche Daten und Monitoringinstrumente bilden die Grundlage für ein wirksames Flächenmanagement. Notwendig ist hier nicht nur die Beibehaltung zentraler Indikatoren, sondern auch die Ausdifferenzierung dieser, etwa im Hinblick auf die Aufschlüsselung der Bodenflächen nach Landnutzungsarten (z.B. Flächennutzung für erneuerbare Energieträger).

  2. Flächenverbrauch schrittweise auf Netto-Null reduzieren
    Um langfristig eine Flächenkreislaufwirtschaft etablieren zu können, bedarf es einer verbindlichen Kontingentierung inklusive passfähiger Maßnahmen, der systematischen Stärkung der Rolle der Regionalplanung und einer lebensnahen und adressatengerechten Kommunikationsstrategie.

  3. Innenentwicklung kontinuierlich stärken
    Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Aktivierung innerörtlicher Flächenpotenziale, eines lückenlosen Flächenmonitorings nach gemeinsamen Standards und der Quantifizierung der Folgekosten durch den zunehmenden Flächenverbrauch.

  4. Fehlanreize abbauen und Anreize zum Flächensparen setzen
    Die Veröffentlichung weist darauf hin, dass bestehende finanzielle und planerische Rahmenbedingungen teilweise weiterhin Flächenverbrauch begünstigen. Gleichzeitig werden Ansätze vorgestellt, wie flächensparendes Handeln gezielt gefördert werden kann.

 

Die Broschüre richtet sich ausdrücklich an kommunale Entscheidungsträger*innen, an Planungsämter, Regionalplanung, Verbände sowie Akteur*innen aus Immobilienwirtschaft und Wirtschaftsförderung. Für Städte und Gemeinden bietet die Veröffentlichung daher nicht nur eine fachliche Einordnung, sondern auch Impulse für kommunale Flächenstrategien.

 

Zur gesamten Broschüre hier.

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