Bodenschutzpreis NRW 2025: Diese Kommunen wurden ausgezeichnet
Vier kommunale Vorzeigeprojekte in Sachen Flächenrecycling wurden Ende 2025 mit dem Bodenschutzpreis NRW ausgezeichnet. Wer wofür prämiert wurde und was andere Kommunen davon lernen können, hier.
Die Ressource Fläche ist so rar wie umkämpft. Einerseits sind intakte Böden eine Schlüsselressource für Ernährung, Klimaschutz und Biodiversität. Andererseits braucht es Raum für Wohnen, Wirtschaft, Verkehr usw. Aktuell geht der Trend in Richtung Flächenfraß, Versiegelung und somit Umweltbelastung. In NRW ist inzwischen fast ein Viertel des Landes zu Siedlungs- und Verkehrsfläche umgebaut, Tendenz steigend.
Kommunen sind die zentrale Steuerungsebene der Flächennutzung, sie halten maßgeblich die Hebel für eine nachhaltige Bodennutzung in der Hand. Der Bodenschutzpreis NRW, der seit 2019 jährlich vom Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung und dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW (MUNV NRW) vergeben wird, zeichnete daher auch 2025 Kommunen aus, die vorgenutzte Flächen besonders innovativ für neue, nachhaltige Nutzungen fit gemacht haben. Das Preisgeld von 10.000 Euro wurde auf vier Gewinner-Kommunen verteilt.
Hauptpreis für den RheinPark in Duisburg
Mit seinem innovativen Konzept für den RheinPark konnte Duisburg sich in diesem Jahr den Hauptpreis von insgesamt 5.000 Euro sichern. Der RheinPark befindet sich auf dem Gelände eines ehemaligen Walzdrahtwerks in Duisburg-Hochfeld und wurde durch die Stadt zu einem lebendigen öffentlichen Park mit Spielplätzen, Aussichtsplattformen und gastronomischem Angebot umgebaut. Auch für die Internationale Gartenausstellung, die 2027 im Ruhrgebiet stattfinden wird, wird das geschaffene Naherholungsgebiet eine zentrale Rolle spielen. Entstehen soll nach dem Abschluss aktuell andauernder Bauarbeiten ein „Zukunftsgarten“, der als Testlabor für nachhaltige Konzepte für eine Vielzahl an urbanen Themen, wie etwa der klimaresilienten Gestaltung und Nutzung von Freiräumen, dienen soll.
Wuppertal und Iserlohn teilen sich zweiten Platz
Den zweiten Platz, der mit einem Preisgeld von 2000 Euro belohnt wurde, teilen sich in diesem Jahr zwei Projekte: ausgezeichnet wurden Wuppertal und Iserlohn für jeweils innovative Bodenschutzmaßnahmen.
Wuppertal stach unter den Bewerber-Kommunen mit der Sanierung der ehemaligen Galvanik Baaske in Wuppertal-Cronenberg hervor. Die Galvanik war an diesem Ort mehr als 100 Jahre in Betrieb, was zu langfristigen Umweltverunreinigungen durch Chromate führte und den Austausch von Boden in Tiefen von neun Metern auf dem ehemaligen Betriebsgelände notwendig machte. Auf eine Wieder-Verfüllung wurde weitgehend verzichtet, wodurch der Eindruck eines aufgelassenen Steinbruchs entstanden ist. Das Areal wurde nach erfolgreicher Sanierung an ein anliegendes Landschaftsschutzgebiet rückgebunden – mittlerweile konnten sich sogar zusätzliche Arten hier ansiedeln und eine Alpaka-Therapieeinrichtung ihr Zuhause finden. Das Zusammenspiel aus Boden-, Natur- und Artenschutz sowie die zusätzliche Übernahme sozialer Verantwortung wurde hierbei durch die Jury besonders ausgelobt.
Auch Iserlohn konnte die Jury durch eine erfolgreiche Sanierung und das Recycling der Betriebsfläche der ehemaligen Metallverarbeitung Wortmann überzeugen. Auf dem rund vier Hektar großen Betriebsgelände konnte ein neues Wohnquartier mit Kindertagesstätte entstehen. Gleichzeitig wurde auf der innerstädtisch liegenden Fläche ein Teilabschnitt des Baarbaches freigelegt.
Innovative Öffentlichkeitsarbeit: Sonderpreis für Kreis Euskirchen
Ein Sonderpreis (dotiert mit 1000€) ging an den Kreis Euskirchen. Ausgezeichnet wurde ein kreatives Konzept zur Umweltbildung rund um die im Kreis Euskirchen andauernde Bodenbelastung durch Blei, die durch den ehemaligen Bleierzabbau verursacht wurde und bis heute kaum rückgängig gemacht werden kann. Insbesondere die intensive Informationsarbeit, die neben ergänzenden Bodenschutzmaßnahmen angegangen wurde, beeindruckt: die klassische Öffentlichkeitsarbeit wurde etwa durch einen Dokumentarfilm und umfassende, kindgerechte Infosangebote begleitet. Mit Plumbi, dem Bleimaulwurf, der sowohl als Handpuppe bei Veranstaltungen vertreten ist, als auch in einem eigens entwickelten Kinderbuch auftaucht, werden auch die Jüngsten im Kreis über Risiken der Bleibelastung im Boden aufgeklärt.
Unsere Handlungsempfehlungen für nachhaltige Flächennutzung
Die Ansätze der prämierten Projekte korrespondieren mit den Erkenntnissen unseres Nachhaltigkeitsgerichtstags Ende 2024. Neben einem Fokus auf rechtliche Rahmenbedingungen nachhaltiger Flächennutzung ging es auch darum, besonders wichtige Ansätze hervorzuheben – wobei Umnutzung und Wiedernutzbarmachung ehemaliger Industrie- oder Gewerbeflächen, die Stärkung der Innenentwicklung und die Erhöhung von Akzeptanz für nachhaltige Flächennutzung durch positive Kommunikationsmaßnahmen als zielführend herausgearbeitet wurden. Unsere Handlungsempfehlungen hier.
Mehr zu den Siegerprojekten des Bodenschutzpreises NRW hier.
