Access City Award 2027: Jetzt als barrierefreie Kommune bewerben
Die Europäische Kommission sucht erneut Kommunen, die sich für Barrierefreiheit und gleichberechtigte Teilhabe engagieren. Alle Infos rund um die Bewerbung und zu Best-Practice-Beispielen aus den Gewinnerstädten 2026, hier.
Sei es in öffentlichen Räumen und Gebäuden, im Nahverkehr oder beim Zugang zu Informationen und kommunalen Dienstleistungen: Kommunen spielen eine zentrale Rolle dabei, dass Menschen mit Behinderungen selbstbestimmt und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Mit dem Access City Award zeichnet die Europäische Kommission bereits seit 2010 jährlich Kommunen aus, die sich in besonderer Weise für eine inklusive und barrierefreie Stadtentwicklung engagieren. Auch in diesem Jahr soll die Auszeichnung vergeben werden. Das Bewerbungsportal ist bis zum 4. September 2026, 12:00 Uhr (MESZ) geöffnet.
Preisgelder für die ersten drei Plätze in Aussicht
Der Access City Award würdigt Kommunen, die Barrierefreiheit ganzheitlich denken und erfolgreich umsetzen. Besonderes Augenmerk der Bewertung liegt dabei auf bestehenden und geplanten Maßnahmen in den Bereichen bauliche Umgebung und öffentliche Räume; Verkehr sowie die zugehörige Infrastruktur; Information und Kommunikation einschließlich digitaler Angebote; öffentliche Einrichtungen und Dienstleistungen, sowie barrierefreie gemeindenahe Dienstleistungen.
Das Auswahlverfahren erfolgt dabei in zwei Stufen: Zunächst treffen nationale Jurys eine Vorauswahl von bis zu zwei Städten pro EU-Mitgliedstaat. Anschließend entscheidet eine europäische Jury über die finalen Preisträger.
Neben einer offiziellen Preisverleihung am 4. Dezember 2026 in Brüssel, zu der alle Finalist*innen eingeladen werden, winkt zudem ein attraktives Preisgeld für die ersten drei Plätze:
- 1. Platz: 150.000 Euro
- 2. Platz: 120.000 Euro
- 3. Platz: 80.000 Euro
Darüber hinaus vergibt die Europäische Kommission lobende Erwähnungen für besondere Leistungen oder innovative Projekte. Im Wettbewerb 2027 liegt ein besonderer Schwerpunkt auf barrierefreien gemeindenahen Dienstleistungen.
Wer kann sich bewerben?
Teilnahmeberechtigt sind alle Städte in der Europäischen Union mit mehr als 50.000 Einwohner*innen. Auch städtische Gebiete innerhalb der EU, die aus zwei oder mehr Städten mit einer gemeinsamen Bevölkerung von mehr als 50.000 Einwohner*innen bestehen, dürfen im Rahmen einer gemeinsamen Bewerbung an dem Wettbewerb teilnehmen.
Und so läuft die Bewerbung ab
Die Bewerbung erfolgt über das Online-Portal des Access City Awards. Neben dem Bewerbungsformular und zusätzlichen Erklärungen kann zudem eine Power-Point-Präsentation beigefügt werden, um zentrale Aspekte der Bewerbung hervorzuheben.
Von den Preisträgern 2026 inspirieren lassen
Um Inspiration für die eigene Bewerbung zu bekommen, lohnt sich auch ein Blick auf die Gewinner-Kommunen aus dem letzten Jahr. Den ersten Platz belegte hier Zaragoza (Spanien) mit seiner langfristigen Strategie für eine starke Barrierefreiheitsinfrastruktur und umfassenden kommunalen Barrierefreiheitsregeln. Die Stadt konnte zudem mit Gewährleistung uneingeschränkter Teilhabe in öffentlichen Verkehrsmitteln, öffentlichen Räumen und digitalen Diensten überzeugen: angefangen bei einem voll zugänglichen Straßenbahnnetz und stufenlosen Fußgängerwegen über inklusive Bank- und Einkaufsinitiativen bis hin zu barrierefreien Websites und Apps.
Valencia (Spanien) konnte sich mit seinem datenbasierten Ansatz für Barrierefreiheit und einer konsequent barrierefreien Verkehrs- und Notfallplanung den zweiten Platz sichern. So erreichte die Stadt etwa einen Verkehrs- und Stadtzugang mit 96% städtischer Erreichbarkeit und einem vollständig zugänglichen Bus- und U-Bahnnetz.
Den dritten Preis erhielt Rennes (Frankreich), das durch den Ausbau barrierefreier Mobilität, öffentlicher Gebäude und Kulturangebote punktete. Zu den konkret verwirklichten Maßnahmen zählen hier voll zugängliche Busse und die Metro mit Tür-zu-Tür-Fahrzeugen inklusive Apps für stufenloses Reisen, Ausbau barrierefreier Toiletten und die barrierefreie Gestaltung zentraler kultureller Veranstaltungsorte durch Rampen, Aufzüge und kontrastreiche Treppenhäuser. Eine geplante Zugänglichkeitsagenda soll bis 2027 zudem die Zugänglichkeit der kommunalen Standorte von 68% auf 100 erhöhen.
Besondere Erwähnungen gingen an Salzburg für seinen vorbildlichen Ansatz im barrierefreien Wohnungsbau sowie an Piacenza (Italien), das digitale Technologien gezielt nutzt, um Barrieren im Stadtgebiet zu identifizieren und abzubauen.
Zur Bewerbung hier.
