Erfolgreiches Qualifizierungsprogramm: Wir machen Zivilgesellschaft KI-ready
Als Teil unseres Projekts KINE haben wir in den letzten Wochen 175 Mitarbeitende aus 13 nordrhein-westfälischen Nichtregierungsorganisationen zu kompetentem und verantwortungsvollem KI-Einsatz geschult.
Vom technischen Basiswissen über ökologische und soziale Auswirkungen bis hin zum Transfer in die eigenen Organisationstrukturen: Im Pilotdurchgang des KINE-Qualifizierungsprogramms bauten die Teilnehmenden ihre Kompetenzen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) aus. Ziel war es, einen souveränen und reflektierten Umgang mit KI-Technologien in der Zivilgesellschaft in NRW zu fördern und zugleich Impulse für die systematische Verankerung des Themas in den beteiligten Organisationen zu setzen.
Denn KI-Kompetenz bedeutet mehr, als einzelne Tools bedienen zu können. Sie umfasst auch die Fähigkeit, den Einsatz von KI-Systemen vor dem Hintergrund der eigenen Organisationsstrukturen, Ziele und Werte einzuordnen und zu gestalten. Nichtregierungsorganisationen (NROs) stehen dabei vor der doppelten Herausforderung, die Potenziale der Technologie für ihre Arbeit zu erschließen und zugleich ihre ethischen, rechtlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Auswirkungen kritisch zu reflektieren. An diesem umfassenden, soziotechnologischen Verständnis von KI-Kompetenz setzte der KINE-Lehrgang an.
Ein Lehrgang. Fünf Module.
Das Qualifizierungsprogramm verbindet fünf multimediale Online-Lerneinheiten im flexiblen Selbststudium mit fünf praxisorientierten Workshops. Inhaltlich umfasst der Lehrgang technische Grundlagen, die gesellschaftliche Entwicklung von KI-Systemen, ihre Bedeutung für und Auswirkung auf eine Nachhaltige Entwicklung sowie politische Rahmenbedingungen und Fragen der organisationalen Umsetzung.
Die begleitenden Workshops boten Gelegenheit, die Inhalte zu vertiefen, Fragen aus dem eigenen Arbeitsalltag einzubringen und konkrete Handlungsansätze zu entwickeln. Im Fokus standen unter anderem verantwortungsvolles Prompting, regulatorische Anforderungen, die Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung sowie die Entwicklung organisationsbezogener KI-Richtlinien. Darüber hinaus ging es darum, wie Veränderungsprozesse rund um KI gemeinsam mit den Mitarbeitenden gestaltet werden können.
Vom Lernen ins Handeln: Präsenzworkshop zum Abschluss
Wie aber lässt sich aus individueller KI-Kompetenz eine gemeinsame Haltung und Praxis innerhalb einer Organisation entwickeln? Mit dieser Frage setzten sich die 16 Teilnehmenden des abschließenden Präsenzworkshops auseinander. Eine zentrale Erkenntnis war, dass am Anfang nicht die Frage stehen sollte, welches KI-Tool eine Organisation einsetzen möchte. Ausgangspunkt sind vielmehr die eigenen Werte und Ziele sowie zentralen Prozesse der Organisation. Darauf aufbauend lässt sich reflektieren, ob und wie KI-Systeme sinnvoll unterstützen können.
Orientierung für diesen Prozess kann unter anderem der „Code of Conduct Demokratische KI” bieten.
KINE-Multiplikator*innen tragen das Wissen weiter
Mit dem Abschluss des Lehrgangs beginnt die nächste Phase: der Transfer in die beteiligten Organisationen. Als KINE-Multiplikator*innen können die Teilnehmenden dort nun den Austausch und Lernprozesse anstoßen. Sie geben Erfahrungen aus dem Lehrgang weiter, bringen Kolleg*innen miteinander ins Gespräch und unterstützen die Auseinandersetzung damit, wo KI-Anwendungen einen sinnvollen Beitrag zur eigenen Arbeit leisten können und welche Rahmenbedingungen dafür erforderlich sind.
Der Abschluss des Qualifizierungsprogramms stellt somit keinen Schlusspunkt dar, sondern einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einer kompetenten Zivilgesellschaft im aktuellen KI-Sommer.
Ein Einstieg in die Inhalte des Lehrgangs
Unser Dossier „Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit“ bietet eine frei verfügbare Wissensgrundlage für alle, die sich mit den Basics von Künstlicher Intelligenz im Kontext Nachhaltiger Entwicklung beschäftigen möchten. Es behandelt Technik, Historie, Auswirkungen für Nachhaltigkeitsthemen sowie erste Bausteine einer KI-Strategie mit besonderem Blick auf die Rolle von NROs.
Download: Dossier „Künstliche Intelligenz & Nachhaltigkeit“
Gefördert wird das Projekt KINE durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen (SUE NRW) sowie durch eine Spende der KD-Bank Stiftung, die KINE als eines von vier Leuchtturmprojekten in 2025 unterstützt. Hintergründe und News zum Projekt finden sich auf der Projektseite.
