Land NRW veröffentlicht Weiterentwicklung der Biodiversitätsstrategie
Nach mehr als zehn Jahren wurde NRWs Strategie für den Erhalt der Artenvielfalt im Land fortgeschrieben. Wir haben ins Dokument geschaut und fassen Änderungen, Neuerungen und Wissenswertes zusammen.
Die Hälfte aller deutschen Arten tummelt sich auch in NRWs Gefilden. Aber: 44 Prozent davon sind gefährdet! Mit dieser Lagebeschreibung eröffnet Oliver Krischer, NRW-Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, das Vorwort zur weiterentwickelten Biodiversitätsstrategie des Landes. Diese soll mit Managementansätzen den Schutz, die Entwicklung und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt sichern.
Die Fortschreibung der erstmals 2015 veröffentlichten Strategie geht dabei über eine bloße Aktualisierung hinaus und baut den Kern der Strategie konzeptionell um. Getrennt hat man sich vom Aufbau entlang klassischer Schutzobjekte, um durch eine Gliederung mit übergeordneten Prozessen und Handlungsfeldern eine strategischere Logik einzusetzen. Dies ermöglicht eine stärkere Verzahnung mit anderen relevanten Themen, wie Klimaschutz oder Flächensparen, und betont dadurch, dass Biodiversitätsschutz eine Investition in die allgemeine Resilienz und Zukunftsfähigkeit ist.
Der Fokus der Strategie verschiebt sich insgesamt von Schutz und Pflege hin zu Wiederherstellung, Widerstandsfähigkeit und Stärkung naturbasierter Lösungen.
Vier Themen und acht Handlungsfelder für den Artenschutz
Dieser Fokus zeigt sich in der Benennung vier zentraler, übergeordneter Themen, die sich inhaltlich überschneiden und ergänzen. Diese sind:
- Wiederherstellung der Natur (in Anlehnung an die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur)
- Grün-blaue Infrastruktur (naturnahe Land- und Wasserflächen sowie Parks, Wälder, Grünzüge und Gewässer)
- Natürlicher Klimaschutz (Erhalt und Ausbau von Ökosystemen, die Kohlenstoff speichern, wie Wälder, Moore und Böden)
- Naturbasierte Lösungen (Mit der Kraft der Natur gesellschaftliche Herausforderungen bewältigen – und so gleichzeitig für Ökologie und Soziales wirken)
Den inhaltlichen Kern der fortgeschriebenen Strategie bilden acht Handlungsfelder, die neben Lebensräumen, Nutzungsarten und gesellschaftlichen Aufgaben auch Bildung und Monitoring aufgreifen. Insgesamt umfassen sie 52 Ziele (jeweils mit messbaren Indikatoren) und 172 Maßnahmen.
Die acht Handlungsfelder:
- Schutzgebiete und Biotopverbund
- Artenvielfalt
- Wald
- Gewässer, Auen und Moore
- Agrarlandschaft
- Siedlungsnatur
- Wissensvermittlung und Bildung
- Monitoring
Die Inhalte der Handlungsfelder wurden im Fortschreibungsprozess im Dialog mit relevanten Akteur*innen diskutiert und entwickelt. Auch die LAG 21 NRW konnte sich in verschiedenen der Workshops einbringen – Details hier.
Nach der Veröffentlichung ist vor der Diskussion
Nach der Publikation soll die Umsetzung nun u.a. durch ein Jugendbeteiligungsformat begleitet werden. In 2027 soll die Generation, die besonders durch die Biodiversitätskrise betroffen ist, eigene Ideen einbringen. Mehr Infos in Kürze.
Ein gesamtgesellschaftlicher Dialog zur Umsetzung der neuen Strategie findet im Rahmen der Auftaktveranstaltung „Biodiversitätsstrategie NRW – Gemeinsam für biologische Vielfalt" am 02. Dezember (9-16 Uhr) im NRW-Umweltministerium in Düsseldorf statt. Infos und Anmeldung hier.
Die gesamte Strategie steht hier zum Download.
