Biodiversitätsstrategie NRW: LAG 21 NRW bringt sich bei der Fortschreibung ein
Die LAG 21 NRW hat sich bei der Weiterentwicklung der NRW-Biodiversitätsstrategie eingebracht und in den Beteiligungsworkshops zur Ziel- und Maßnahmenentwicklung mitgearbeitet. Einblicke teilen wir hier.
Mehr als 43.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten wurden in Nordrhein-Westfalen gesichtet – 44 Prozent davon gelten als gefährdet. Weil der Erhalt unseres Artenreichtums neben dem Klimaschutz eine der wichtigsten Vorsorgen für unsere Zukunft ist, arbeitet das Land NRW an einer Fortschreibung der Biodiversitätsstrategie NRW aus 2015.
Mit dem „Dialog für biologische Vielfalt“ lud das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW (MUNV NRW) ein, sich an diesem Weiterentwicklungsprozess zu beteiligen. Im Oktober und November 2025 fanden zur Ziel- und Maßnahmenentwicklung vier Workshops rund um die Themen Agrarlandschaft, Siedlungen & Verkehr, Gewässer & Auen sowie Wald statt.
Die Expertise der LAG 21 NRW sowie Impulse von der kommunalen Ebene, die in unseren Prozessen zur Erarbeitung kommunaler Nachhaltigkeitsstrategien vor Ort gesammelt wurden, konnten Mitarbeitende zu den letzteren drei Workshops einbringen.
Artenvielfalt auch am Straßenrand
Zum Thema Siedlungen und Verkehr brachten wir etwa Vorschläge für Maßnahmen zur Biotopvernetzung, Artenvielfalt an Verkehrsinfrastrukturen, Lichtverschmutzung und Entsiegelung ein. Eine konkrete Ausarbeitung erfolgte zum Punkt der Förderung und Vernetzung von Biodiversität an linienhaften Verkehrsinfrastrukturen. Weitere Maßnahmen des Tages bezogen sich zum Beispiel auf die Stärkung urbaner Wildnis, passender Bildungsformate und der Reduzierung von Auswirkungen des Straßenverkehrs (z.B. durch Reifenabrieb) auf die Biodiversität. Hierzu wurde auch ein Tempolimit besprochen. Ein großer Diskussionspunkt war die Konkurrenz von klimaangepassten und heimischen Arten – hier konnte keine einheitliche Lösung gefunden werden.
Mehr Getümmel im Gewässer
Im Workshop zu Gewässer und Auen drehten sich die Gespräche vor allem darum, wie naturnahe Gewässerstrukturen und Auen erhalten, wiederhergestellt und entwickelt, wie Störeinflüsse abgebaut und bestimmte Arten und Lebensraumtypen geschützt werden können, wie der rechtliche und finanzielle Rahmen dazu aussieht und was kollektives Bewusstsein damit zu tun hat. Als Maßnahmen vorschlagen konnten wir z.B. die Anlegung weiterer Uferrandstreifen an landwirtschaftlich genutzten Flächen (zur Minimierung des Eintrags von u.a. Nährstoffen und Pflanzenschutzmittel in die Oberflächengewässer). Zudem: Flächenankäufe zur dauerhaften Sicherung (um Strahlursprünge und Trittsteine anlegen zu können oder anderweitig zu renaturieren) sowie vereinfachte Kooperationen zum Wissenstransfer zwischen Städten, Wasser- und Naturschutzverbänden und Naturschutzbehörden zu ermöglichen. Letzteres soll vor allem vor Inaktivität bei Mischzuständigkeiten schützen.
Wald schützen, erhalten und entwickeln
Die Wälder NRWs standen im letzten Termin der Reihe auf der Tagesordnung. Diskutiert wurde vor allem über Schutzgebiete, Wälder mit Natürlicher Entwicklung, Walderhalt und Waldbewirtschaftung, Wiederherstellung sowie Möglichkeiten für Monitoring und Kooperation. Besonders im Fokus standen (klimaresilienter) Ausbau und Erhalt von Mischwäldern als Hotspots der heimischen Artenvielfalt. In den Dialog einbringen konnten wir den Bedarf vermehrter Förderprogramme für Kommunen, eine Erhöhung des Waldflächenanteils und des Totholzanteils sowie die hohe Relevanz der Messbarkeit von Zielen und die nötige Integration von Indikatoren und Kennzahlen im Sinne eines Wirkungsmonitorings.
Nächste Schritte
Sobald die weiterentwickelte Biodiversitätsstrategie NRW veröffentlicht wird, berichten wir natürlich auf unseren Kanälen. Vorab soll im Frühjahr noch eine digitale Veranstaltung zum Stand der Strategieentwicklung einen Zwischenstand geben. Weitere Infos zum Prozess hier.
Im Dezember wird zudem das nächste Update der NRW-Nachhaltigkeitsstrategie erwartet. Erste Infos dazu stehen bei der NRW-Nachhaltigkeitstagung des MUNV NRW auf der Tagesordnung (Infos hier).
